Berichte von Referentinnen und Referenten

  1. Vom digitalen Dossier bis zur digitalen Archivierung im Schweizerischen Bundesarchiv
  2. Die Archivierung digitaler Unterlagen im Landesarchiv Baden-Württemberg
  3. Digitales Schriftgut als Paradigmenwechsel? Chancen, Risiken und Herausforderungen für die digitale Langzeitarchivierung
  4. Aus der Ferne beseh'n ist alles schön? Die Bereitstellung digitaler Unterlagen für Behörden und Öffentlichkeit
  5. Bibliotheken, Archive, Museen Österreichs (BAM-Austria) – erste Schritte auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung. Einzeln stark – gemeinsam stärker
  6. eContentplus Förderung 2008 - Verbessertes Service und noch mehr digitale Inhalte für die European Digital Library (EDL)
  7. Forschung für Digitale Bibliotheken in der dritten IKT-Ausschreibung im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm
  8. Das Wiener Archivinformationssystem (WAIS)
  9. Zwischen Informationsverlust und Datenflut. Aspekte der Erstellung und langfristigen Nutzung von digitalisiertem Archivgut
  10. Klangerlebnisse der Zeitgeschichte. Zur Digitalisierung analoger Tondokumente in der Österreichischen Nationalbibliothek

Vom digitalen Dossier bis zur digitalen Archivierung im Schweizerischen Bundesarchiv

Kurzbeschreibung

Spätestens seit Mitte der 1990er Jahre werden praktisch alle Dokumente und Datenbestände in der Bundesverwaltung mithilfe elektronischer Informationssysteme erzeugt und verarbeitet. Das Papier spielt daneben nach wie vor eine wichtige Rolle, sei es für rechtsgültige Dokumente mit Unterschrift, für die traditionelle Distribution per Post und Druckschriften sowie für die Ablage und Archivierung. Die digitale Welt hat das Papier zwar (noch) nicht verdrängt, doch sie übernimmt in der Informationsverarbeitung dank Geschwindigkeit, Flexibilität, Vernetzung und vermeintlich fast unbeschränkter Speicherkapazität kontinuierlich die dominierende Rolle. Die Archivierung von digitalen Unterlagen gehört zu unseren größten Herausforderungen. Im Rahmen des strategischen Programms ARELDA werden bis Anfang 2009 im Schweizerischen Bundesarchiv die technischen und betrieblichen Voraussetzungen für die digitale Archivierung realisiert, welche die wesentlichen Prozesse der Ablieferung, Archivierung und Vermittlung elektronischer Daten aus Fach- und Verwaltungsapplikationen (Datenbanken) sowie digitaler Geschäftsunterlagen (GEVER-Systeme / digitale Dossiers) über standardisierte Schnittstellen unterstützten. Ab diesem Zeitpunkt werden die Archivierungsprozesse der Bundesverwaltung schrittweise auf primär digitale Grundlagen umgestellt.

Referent

Dr. Krystyna W. OHNESORGE:
Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizerischen Bundesarchivs, Leiterin des Ressorts Innovation und Erhaltung. Zu den Kernaufgaben des Ressorts Innovation und Erhalten (RIE) gehören die elektronische Geschäftsverwaltung GEVER, die digitale Archivierung und die Konservierung. In allen drei Bereichen erarbeitet und setzt das RIE Standards für die Bundesverwaltung und berät die Amtsstellen.

Zum Seiteninhalt

Die Archivierung digitaler Unterlagen im Landesarchiv Baden-Württemberg

Kurzbeschreibung

Die Langzeitsicherung oder Archivierung digitaler Unterlagen gehört zu den wichtigsten Herausforderungen für die Archive in der Informationsgesellschaft. Das Landesarchiv Baden-Württemberg stellt sich dieser Herausforderung im Rahmen seiner Dienstaufgaben und in verschiedenen Forschungsprojekten, in denen praxistaugliche Verfahren unter Berücksichtigung der verschiedenen Strategien (unter anderem Migration, Konversion) für die Übernahme, Verwaltung und Langzeitsicherung digitalen Archivguts entwickelt werden. Zugleich konnten in den letzten fünf Jahren ältere digitale Unterlagen aus den 1960er, 70er und 80er Jahren gesichert und für die Archivierung aufbereitet werden. Die Liste reicht von Einzeldokumenten und frühen DMS über Fachverfahren und geographische Informationssysteme bis hin zu Websites. Ein Schwerpunkt bildet dabei das „Projekt für die Entwicklung eines Konzepts für ein digitales Landesarchiv“ in Verbindung mit dem Ausbau des Archivinformationssystems „MIDOSA 21“, das den gesamten archivischen Geschäftsgang von der Übernahme bis zur Nutzung von Archivgut unterstützt. In diesem Zusammenhang wird das Archivinformationssystem unter Berücksichtigung des OAIS-Standards um die Komponente „Digitales Magazin (Dimag)“ erweitert. Mit Dimag wurde ein „Repository“ entwickelt, das den spezifischen Bedürfnissen der Archive entspricht. Unterschiede zu den aus der Bibliothekswelt bereits bekannten Repositories ergeben sich unter anderem bei den Objekttypen und den Namensräumen, dem hierarchisch strukturierten Nachweis und der Bildung von „Archival Information Packages/AIPs.“

Referenten

Dr. Gerald MAIER:
Archivdirektor. Leiter des Referats "Informations- und Kommunikationstechnologie, Elektronische Dienste" beim Landesarchiv Baden-Württemberg; Bundesratsbeauftragter für "Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung"; Mitglied der strategischen Bund-Länder-Arbeitsgruppe EUBAM – Europäische Angelegenheiten für Bibliotheken, Archive und Museen; Mitglied im Unterausschuss "Kulturelle Überlieferung" der Deutschen Forschungsgemeinschaft; Lehrbeauftragter an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Foto und Kurzvita von Gerald Maier

Dr. Christian KEITEL:
Oberarchivrat. Leiter des „Aufbaustabs Digitales Archiv“ beim Landesarchiv Baden-Württemberg; Vertreter des Landesarchivs im Begleitausschuss zur Geodateninfrastruktur Baden-Württemberg; Mitglied der nestor-Arbeitsgruppen „Vertrauenswürdige Archive“ und „Standards“; Mitglied der Arbeitsgruppen „Elektronische Systeme in Justiz und Verwaltung“ und „Bewertung statistischer Unterlagen“ der Archivreferentenkonferenz; Lehrbeauftragter an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Foto und Kurzvita von Christian Keitel

Zum Seiteninhalt

Digitales Schriftgut als Paradigmenwechsel? Chancen, Risiken und Herausforderungen für die digitale Langzeitarchivierung

Kurzbeschreibung

Die Hauptaufgabe des Österreichischen Staatsarchivs besteht darin, die Übernahme, Bewertung sowie Erschließung von analogem und elektronischem Schriftgut der Bundesverwaltung aus archivfachlicher Sicht zu betreuen und dessen dauerhafte Aufbewahrung und Benutzung zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wurde dem Staatsarchiv die Verantwortung für die Durchführung des Projekts „digitale Langzeitarchivierung im Bund (digLAimBund)“ übertragen.

Derzeit wird daran gearbeitet, gemäß dem auf internationaler Basis entstandenen OAIS-Referenzmodell die notwendigen Prozesse, um digitales Archivmaterial langfristig („auf ewige Zeiten“) zugreifbar- und reproduzierbar zu erhalten, zu definieren.

Es werden dabei vorrangig Themenbereiche diskutiert, die - als Grundlage für künftige Archivstandards - festlegen sollen, welche Metadaten, Prozessdaten (Bearbeitung, Aktenlauf, Status, usw.) und Inhaltsdaten bzw. Formate (txt, doc, html, pdf, xml, e-mail, e-Fax usw.) an Langzeitarchive übergeben werden sollen. Wie ist - aus rechtlicher und archivwissenschaftlicher Sicht – der Zugriff auf ein digitales Langzeitarchiv zu gestalten und welche Möglichkeiten bestehen für die wissenschaftliche Forschung.

Referent und Referentin

Dr. Berthold KONRATH:
Studium der Politikwissenschaft mit einer Fächerkombination (Geschichte und Publizistik) an der Universität Wien. 1986 Eintritt in das Österreichische Staatsarchiv. Seit 2004 Administrator für das Archivinformationssystem bzw. für den Elektronischen Akt (ELAK) im Österreichischen Staatsarchiv sowie provisorischer Leiter des Referats ELAK im Archiv der Republik.

Mag. Susanne FRÖHLICH:
Studium der Geschichte und Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Seit 1999 im Österreichischen Staatsarchiv, Abteilung Archiv der Republik (AdR), als Archivarin und Historikerin tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Übernahme, Bewertung, Skartierung und Erschließung von Bundesschriftgut ab 1918. Erarbeitung von organisatorischen Richtlinien zu Aktenabgaben und Ordnungsarbeiten im AdR. Derzeit Mitarbeiterin im Projekt „digLAimBund“.

Zum Seiteninhalt

Aus der Ferne beseh'n ist alles schön? Die Bereitstellung digitaler Unterlagen für Behörden und Öffentlichkeit

Kurzbeschreibung

Ein Archiv hat in der heutigen Informationsgesellschaft nur dann längerfristig eine Daseinsberechtigung (und damit Zugriff auf staatliche Ressourcen), wenn es durch geeignete Maßnahmen zur Erschließung und Präsentation gelingt, über das Bereitstellen von Akten für die Verwaltung hinaus einer breiten Öffentlichkeit adäquaten Einblick in die Bestände zu bieten. Mit der zukünftigen Archivierung elektronischer Akten und der vermehrten Digitalisierung analoger Archivalien und Findmittel wird das Österreichische Staatsarchiv (ÖStA) drei Erscheinungsformen von Archivalien anbieten: analoges und digitales Schriftgut sowie sogenannte Hybridakten.

Während Archivgut in digitaler Form zur Zeit kaum eine Rolle in der Benützung der Bestände des Staatsarchivs spielt, wird es in den nächsten Jahren zuerst für die Verwaltung (Aktenproduzenten), nach Ablauf der Schutzfristen in 20, 30 Jahren für die Öffentlichkeit die zentrale Darstellungsform für zeitgeschichtliches und historisches Quellenmaterial sein. Das ÖStA arbeitet zur Zeit daran, die Bereitstellung dieses digitalen Schriftguts mittels DIP (Dissemination Information Package), abgestimmt auf Benützergruppen und Use Cases zu definieren.

Referent

Dr. Herbert HUTTERER:
Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Salzburg. Im Österreichischen Staatsarchiv, Abteilung Allgemeines Verwaltungs-, Finanz- und Hofkammerarchiv, zuständig für den Bereich Finanz- und Hofkammerarchiv sowie Digitalisierung. Dazu Archivinformationssystem-Administrator und derzeit Mitarbeiter im Projekt „digLAimBund“.

Zum Seiteninhalt

Bibliotheken, Archive, Museen Österreichs (BAM-Austria) – erste Schritte auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung. Einzeln stark – gemeinsam stärker

Kurzbeschreibung

Die Bewahrer des kulturellen Erbes Österreichs kümmern sich seit langem auf unterschiedlichsten Niveaus, mit unterschiedlichen Strategien und Vorgaben um Erhalt, Erschließung und Zurverfügungstellung des kulturellen Erbes unseres Landes.

BAM – das Kürzel, bzw. seine Auflösung beinhaltet schon das Programm:
Bibliotheken, Archive, Museen. Zwischen diesen Einrichtungen gibt es – trotz aller fachlicher Differenzierung - offenkundig viele Gemeinsamkeiten. Es ist leider wahr -
die Zusammenarbeit der drei Bereiche ist bisher nicht sehr intensiv gewesen.

Inhaltliche Schwerpunkte:

  1. Entstehung und Werdegang:
    Ausgangslagen, Interessenslagen, Provinz-Metropole-Konflikte, Leitbild und Aufgabengebiete
  2. Hauptthemen von BAM-Austria:
    Lobbying und Netzwerke, Digitalisierung und Langzeitarchivierung, Aus- und Fortbildung, Urheberrecht, Blue Shield
  3. Internationale Tendenzen und mögliche Szenarien für Österreich:
    EU, ausgewählte Länderbeispiele
  4. Zukunft:
    Visionen, Perspektiven, Grenzen – ein gemeinsames Portal?

Referent

Mag. Siegfried STEINLECHNER:
Österreichischer Rundfunk, Redakteur und Projektmanager Externe Services FZ-2,
Dokumentation und Archive; Stellvertretender Vorsitzender MAA.

Zum Seiteninhalt

eContentplus Förderung 2008 - Verbessertes Service und noch mehr digitale Inhalte für die European Digital Library (EDL)

Kurzbeschreibung

Digitale Bibliotheken sind eines der großen Flagschiffe der i2010 Initiative der Europäischen Kommission mit dem Ziel, den europaweiten Zugang zu digitalen Inhalten und ihre Nutzung zu erleichtern und zu verbessern. Die Vision der European Digital Library (EDL) mit mehrsprachigem Zugang zu Europas kulturellem Erbe steht dabei im Mittelpunkt.

Das Programm eContentplus unterstützt die Etablierung der EDL anhand von Projektförderungen zum Thema Digitale Bibliotheken. Gefördert werden Projekte, die weitere digitale Inhalte für die Einbindung in die EDL vorbereiten sowie Projekte, die die Nutzung von digitalen Sammlungen der EDL verbessern.

Referentin

Mag. Daniela HACKL:
Daniela Hackl ist seit April 2006 in der FFG tätig: Programmmanagerin ICT Policy Support Programme und eContentplus, Nationale Kontaktstelle ICT Policy Support Programme (ICT PSP), Nationale Kontaktstelle eContentplus.
Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft sowie Deutsche Philologie und Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Kenntnis und Erfahrungen im Projektmanagement durch Mitwirkung in europäischen Kooperationsprojekten (EPISTEP, PRO_NMS, idealist). Erfahrung in der Durchführung von Projekt-Audits.

Zum Seiteninhalt

Forschung für Digitale Bibliotheken in der dritten IKT-Ausschreibung im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm

Kurzbeschreibung

Die Kommission unterstützt mit der aktuellen Ausschreibung im 7. Rahmenprogramm Forschung für große europaweite Digitale Bibliotheken mit innovativen Zugangsdiensten. Von der Forschung wird erwartet, dass sie Digitale Bibliotheken als Schlüsselkomponente der digitalen Inhaltsinfrastrukturen erstellt, damit Inhalte und Wissen produziert, gespeichert, verwaltet, personalisiert, übertragen, erhalten und zuverlässig, effizient, preisgünstig und nach allgemein anerkannten Standards genutzt werden können.

Referent

DI Jürgen RATTENBERGER:
Jürgen Rattenberger ist seit Oktober 2006 in der FFG tätig: Experte Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), im Bereich Europäische und Internationale Programme, Nationale Kontaktstelle im Bereich Kleine- und Mittlere Unternehmen (KMU).
Studium der Informatik an der Technischen Universität Wien mit Spezialisierung auf künstliche Intelligenz. Forschungserfahrung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI). Kenntnis und Erfahrungen im Projektmanagement durch Mitwirkung in mehreren europäischen Kooperationsprojekten. Weiterbildung im Bereich Strategieentwicklung innovativer Unternehmen.

Zum Seiteninhalt

Das Wiener Archivinformationssystem (WAIS)

Kurzbeschreibung

Das Wiener Stadt- und Landesarchiv hat in den beiden letzten Jahren ein umfassendes Archivinformationssystem aufgebaut. In der Erschließung werden traditionelles Archivgut auf Papier und Digitales Archivgut grundsätzlich gleich behandelt. Die Verwaltungsdaten begründen die Struktur des Archivs. Sie enthalten für konventionelles und elektronisches Archivgut umfangreiche, beschreibende Informationen sowie Informationen über den Ort der Archivierung. Für konventionelles Archivgut sind das Verweise auf physische Orte, für elektronisches Archivgut Verweise auf einen Speicherplatz.

Kernkonzept für die digitale Langzeitarchivierung ist das "Archivobjekt", das einen bestimmten Vorgang oder unmittelbar zusammengehörige Unterlagen oder Daten in einem Containerformat bündelt. Für aktenförmiges Archivgut ist das EDIAKT II. Das Archivobjekt ist vom Ursprungssystem zu liefern und wird unverändert archiviert. Beim Übermitteln in den Archivspeicher werden bestimmte Metadaten zur Erschließung in das Archivinformationssystem ausgelesen und für den Zugriff bereitgestellt.

Referent

Dr. Heinrich BERG :
MA 8 – Wiener Stadt- und Landesarchiv.
Leiter des Dezernats I – Archivbestände

Zum Seiteninhalt

Zwischen Informationsverlust und Datenflut. Aspekte der Erstellung und langfristigen Nutzung von digitalisiertem Archivgut

Kurzbeschreibung

Das Steiermärkische Landesarchiv verfügt über ein Digitalisierungszentrum, das in seiner Ausstattung und Leistungsfähigkeit unter den österreichischen Archiven eine Sonderstellung einnimmt. Digitalisierungen werden zur Gänze vom Landesarchiv mit eigener Ausrüstung in der benötigten Qualität durchgeführt. Originale bis zum Format A0 können verarbeitet werden. Das Personal setzt sich aus fest Angestellten und Personen auf gestützter Arbeit zusammen. Für größere Projekte werden freie Dienstnehmer beschäftigt.

Ein Original wird grundsätzlich nur einmal digitalisiert. Aus dem digitalen Master werden alle benötigten Nutzungsformen erzeugt. Besonderes Augenmerk gilt den Metadaten, die für den raschen Zugang zu den Inhalten der digitalisierten Archivalien geschaffen werden. Einschließlich der digitalisierten Tageszeitungen verfügt das Steiermärkische Landesarchiv derzeit über mehr als eine Million Images.

Referent

Hon.-Prof. Dr. Josef RIEGLER MAS:
Geboren 1951 in Erdwegen, Gemeinde Grafendorf bei Hartberg. 1971–1977 Studium Geschichte und Anglistik an der Universität Graz. 1977–80 Ausbildung am Institut für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien, 1980 Staatsprüfung. 1998–2001 Universitätslektor Wien, 2000 MAS (Geschichtsforschung und Archivwissenschaft), 2001 Venia für Archivwissenschaft als Honorarprofessor an der Universität Wien.
Seit 1977 Dienst im Steiermärkischen Landesarchiv, 1990–2002 Leiter Informationsmanagement, 1996–2000 Leiter der Archivabteilung Landschaftliches Archiv, Spezialarchive und Sammlungen, 2000–2002 Direktor-Stellvertreter, 2003 Direktor des Steiermärkischen Landesarchivs.
Seit 2000 Mitglied der Historischen Landeskommission für Steiermark, 2005 Präsident des Verbandes Österreichischer Archivarinnen und Archivare.
Über hundert Monographien und Fachartikel zu Landes- und Regionalgeschichte, Archivtechnik, Informationsmanagement, Dokumentation und Medienkonvertierung im In- und Ausland.

Zum Seiteninhalt

Klangerlebnisse der Zeitgeschichte. Zur Digitalisierung analoger Tondokumente in der Österreichischen Nationalbibliothek

Kurzbeschreibung

Der Bestand der analogen AV-Medien in der Österreichischen Nationalbibliothek ist vielfältig und heterogen. Die Trägermaterialien reichen von Walzen über Schellackplatten, Langspielplatten und Selbstschnittfolien bis hin zu Tonbändern und Kassetten. Neben großen Beständen an publizierten Dokumenten wie Schallplatten existieren auch zahlreiche Unikate mit Aufnahmen von hauseigenen Konzerten österreichischer zeitgenössischer KomponistInnen, Mitschnitte von Ausstellungseröffnungen, mit Vorträgen bedeutender Persönlichkeiten, Lesungen und Gespräche mit österreichischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Feldforschungsaufnahmen aus dem Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes mit Beispielen musikalischer Präsentationen abseits jeglichen Medienrummels.
Seit einem Jahr werden diese analogen Tondokumente digitalisiert, um den drohenden Gefahren und angekündigten Risiken entgegenzuwirken und die Inhalte zu erhalten und gleichzeitig auch zugänglich zu machen. Die Vorbereitungen dazu sowie die Entwicklung des Arbeitsprozesses innerhalb und außerhalb des Hauses sind soweit abgeschlossen, ein erster großer Bestand liegt nun in digitaler Form vor. Erste Erfahrungen untermalt mit Tonbeispielen aus diesem Projekt sollen für das Wissensnetzwerk präsentiert werden.

Referentin

Mag. Michaela BRODL:
Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes, Österreichische Nationalbibliothek.
Leiterin des Projekts "Digitalisierung analoger Tondokumente" an der Österreichischen Nationalbibliothek.