Nachlese zur 3. Arbeitssitzung des österreichischen Wissensnetzwerkes Digitale:Langzeitarchivierung

Nach dem Symposium am 18. April 2007 und den Arbeitssitzungen am 15. Oktober 2007 und 30. Jänner 2008 fand am 15. Oktober 2008 die bereits dritte Arbeitssitzung des österreichischen Wissensnetzwerkes Digitale:Langzeitarchivierung statt. Die Veranstaltung wurde diesmal unter der Federführung sowie in den Räumen der Österreichischen Nationalbibliothek abgehalten. Neuerlich war das Interesse von Akteuren und thematisch Interessierten ungebrochen: zirka 100 Personen nahmen das breit gefächerte Tagungsprogramm zum Anlass, am Wissensnetzwerk zu partizipieren.

Generaldirektorin Dr. Johanna Rachinger, Österreichische Nationalbibliothek, freute sich in ihrer Begrüßung über die Vielzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dies beweise einmal mehr, dass das Thema „Digitale Langzeitarchivierung“ nicht nur für die drei Trägerinstitutionen des Wissensnetzwerkes – das Österreichische Staatsarchiv, das Bundeskanzleramt Österreich und die Österreichische Nationalbibliothek – sondern für viele Bibliotheken, Archive und Museen von Relevanz ist.

Sektionschef Dr. Manfred Matzka, Präsidialchef des Bundeskanzleramtes, und Generaldirektor Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky, Österreichisches Staatsarchiv, wiesen in ihren Eröffnungsstatements auf die Vielfalt der Herausforderungen, mit denen wir im Rahmen der Langzeitarchivierung konfrontiert sind hin. Dieses breite Spektrum spiegeln auch die Themen der Arbeitssitzungen wider, die auf den bisherigen Veranstaltungen behandelt wurden.

Webarchivierung

Die Österreichische Nationalbibliothek hat 2008 in Vorbereitung auf die Mediengesetznovelle mit dem Aufbau des Webarchivs im Rahmen einer Pilotphase begonnen. Abgesehen von der Implementierung der technischen Infrastruktur wurden Richtlinien für das Harvesten – also das Sammeln von Webseiten – und die Qualitätskontrolle der gespeicherten Seiten erarbeitet. Als erste konkrete Anwendungsfälle wurden Webseiten zur Euro08 und zur Nationalratswahl 2008 gesammelt und archiviert.

Helen Hockx-Yu von der British Library und Bjarne Andersen von der Staats- und Universitätsbibliothek Aarhus gewährten internationale Einblicke zum Thema Webarchivierung. Beide Gäste verfügen über langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet und berichteten über ihre Sammlungsstrategien, insbesondere Domain- und Selektive Harvestings, sowie Workflows und bereits gesammelte Datenmengen und Herausforderungen.

Langzeitarchivierung

Der zweite Programmteil widmete sich anschließend „Langzeitarchivierung“ im engeren Sinn. Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts PLANETS, an dem die Österreichische Nationalbibliothek teilnimmt, wird eine Testumgebung entwickelt, die es Institutionen vereinfachen soll, für die Langzeitarchivierung geeignete Strategien zu entwickeln. Nach zwei Jahren Laufzeit wurden erste Prototypen präsentiert.

Zum aktuellen Stand des digitalen Langzeitarchivs des Österreichischen Staatsarchivs gab Frau Mag. Fröhlich vom Österreichischen Staatsarchiv einen ausführlichen Überblick.

Arbeitskreise

Der Nachmittag war in drei Breakout-Sessions gegliedert. Zu den Themenbereichen „Text und Bild“, „Audiovisuelle Medien“ sowie „Web“ waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgefordert, die wichtigsten Vorhaben und Projekte zu diskutieren und in Form einer Zukunftsvision als gelungene Projektumsetzung zu skizzieren.

Ausblick

Nachdem bereits alle drei Trägerinstitutionen des Wissensnetzwerkes – das Österreichische Staatsarchiv, das Bundeskanzleramt Österreich und die Österreichische Nationalbibliothek – als Gastgeber fungierten, soll nun das Netzwerk auf eine noch breitere Basis gestellt werden. Künftig werden zu speziellen Themen kleinere Veranstaltungen in kürzeren Intervallen von zahlreichen teilnehmenden Institutionen (z.B. Universität Wien, Mediathek etc.) angeboten. Somit soll ein lebendiger Austausch der Netzwerkteilnehmer auch künftig sichergestellt werden.

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