Lange Nacht der Museen im Bundeskanzleramt

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Nach 2014 und 2015 beteiligte sich das Bundeskanzleramt auch 2016 an der "ORF-Langen Nacht der Museen. Zu besichtigen waren einige der Repräsentationsräume und die Ausstellung "Die Anfänge der Republik" des Österreichischen Staatsarchivs, welche auch am Tag der offenen Tür am 26. Oktober 2016 zu sehen sein wird. Mehr als 3600 Besucherinnen und Besucher haben diese Möglichkeit genutzt, worüber wir uns sehr freuen.

Rundgang durch die Repräsentationsräume am Ballhausplatz 2

Die Adresse Ballhausplatz 2 ist nicht nur eine Bezeichnung auf dem Wiener Stadtplan, sondern steht auch als Synonym für jenen Ort, an dem österreichische Außenpolitik bzw. seit 1918 österreichische Politik überhaupt gestaltet wird. Ähnliche Assoziationen verbindet man mit der Bezeichnung Downing Street 10 in London oder Quai d’Orsay in Paris. Das Bundeskanzleramt ist nicht nur politisch einer der wichtigsten Plätze in Österreich, sondern auch eines der geschichtsträchtigsten Häuser unseres Landes. Im Jahre 1520 ursprünglich als "Ballhaus" erbaut, in dem der Adel seinem bevorzugten Sport- und Freizeitvergnügen, dem Ballspiel ("gioco di palla"), nachging, wurde der Platz ab dem Beginn des 18. Jahrhunderts immer mehr zum politischen Machtzentrum. Dies verlangte nach einem entsprechend repräsentativen Bauwerk, dessen Grundstein vom Architekten Lukas von Hildebrandt im Jahr 1717 gelegt wurde; in den letzten 300 Jahren kam es immer wieder zu größeren Um- und Zubauten am Ballhausplatz 2, bis es seine heutige Form erhielt.

"Die Anfänge der Republik"

Die Ausstellung im Marmorecksalon beleuchtet die Entwicklung der Demokratie und der modernen bürgerlichen Gesellschaft. Der 100. Todestag von Kaiser Franz Josef im Jahr 2016 wird zum Anlass genommen, die bereits in der Amtszeit des Monarchen angelegten demokratischen Entwicklungen zu präsentieren und zwar anhand des Liberalen Staatsgrundgesetzes 1867 und des Allgemeinen und gleichen Wahlrechts 1905/07. Das Staatsgrundgesetz von 1867 umfasst u. a. folgende Bereiche: Gleichheit der Bürgerinnen und Bürger vor dem Gesetz, Meinungsfreiheit, Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre sowie Versammlungs- und Vereinsfreiheit.

Die wegweisende Sozialgesetzgebung aus der I. Republik (Kabinett Renner I) dokumentiert die Fortsetzung dieser Entwicklung. Die Sozialpolitik von Ferdinand Hanusch war beispielgebend – auch für andere Staaten: Arbeiterurlaub und Einführung der Arbeitslosenunterstützung, Gesetz über das Verbot der Kinderarbeit, 8-Stundentag-Regelung, Sozialversicherung und Betriebsrätegesetz. Aber auch weitere herausragende demokratische Meilensteine, wie die Einführung des allgemeinen gleichen Frauenwahlrechts, die Abschaffung des Adels und die republikanische Verfassung (Hans Kelsen 1920) zeigen diesen Weg.

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